Was ist EOS?

EOS, welches sich als die leistungsfähigste Infrastruktur für dezentrale Anwendungen versteht, ist ein Blockchain-basiertes, dezentrales System, das auf seiner Plattform die Entwicklung, das Hosting und die Ausführung von kommerziellen dezentralen Anwendungen (dApps) ermöglicht.

Was EOS genau ist, wollen die Urheber nicht klar definieren. EOS unterstützt alle erforderlichen Kernfunktionen, damit Unternehmen und Einzelpersonen Blockchain-basierte Anwendungen auf ähnliche Weise wie webbasierte Anwendungen erstellen können, wie z. B. sicheren Zugriff und Authentifizierung, Berechtigungen, Datenhosting, Nutzungsmanagement und Kommunikation zwischen den dApps und dem Internet.

Für die Entwicklung von Schnittstellen wird EOS außerdem von einem Web-Toolkit unterstützt, was es zu einer Komplettlösung für eine problemlose App-Erstellung macht. Es funktioniert im Wesentlichen ähnlich wie der Google Play Store und Apples App Store.

EOS.IO und EOS Token

Das EOS-Ökosystem umfasst zwei Schlüsselelemente: die EOS.IO- und die EOS-Token.

Um eine Parallele anzubringen, ähnelt EOS.IO dem Betriebssystem eines Computers – es verwaltet und steuert das EOS-Blockchain-Netzwerk. EOS.IO verwendet eine Blockchain-Architektur, die für die Skalierung dezentraler Anwendungen entwickelt wurde. Der EOS-Token ist die Kryptowährung des EOS-Netzwerks.

Ein eigenständiger Entwickler muss, um Netzwerkressourcen nutzen und dApps erstellen und ausführen zu können, EOS-Münzen einfach aufbewahren, anstatt sie auszugeben (proof of stake). Ein Token-Inhaber, der keine Apps ausführt, kann seine Bandbreite auch anderen Teilnehmern zuweisen oder quasi vermieten, die diese benötigen.

Derzeit gehört EOS der Firma block.one und wurde von Dan Larimer gegründet, welcher auch Gründer und Entwickler etablierter Plattformen wie Bitshares und Steem ist.

Was unterscheidet EOS?

Während es bereits eine Reihe von Blockchain-basierten Netzwerken wie Ethereum gibt, die dezentrale Anwendungen ermöglichen, konzentriert sich EOS auf kritische Punkte der Blockchain und versucht das Problem der Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität zu lösen, die oft zu einem Engpass für solche Blockchain-basierten Systeme werden.
Da die Größe des dApps-Ökosystems in einem bestimmten Blockchain-Netzwerk mit jedem Tag zunimmt, leidet es oft unter der begrenzten Verfügbarkeit von Ressourcen im Netzwerk. Dazu gehören Probleme wie die Einschränkung des Netzwerks durch eine Vielzahl falscher Transaktionen und ähnlicher Anfragen, das Spammen von Apps, langsame Ausführung und die im gesamten Netzwerk verfügbare Rechenleistung.

EOS.IO versucht diese Probleme zu lösen, indem es durch seinen einzigartigen Mechanismus mehr Skalierbarkeit, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit bietet.

Eigenen Aussagen zufolge, soll EOS in der Lage sein, Tausende von kommerziellen dApps zu unterstützen, ohne dabei Leistungseinbuße verzeichnen zu müssen, aufgrund paralleler Ausführung und asynchroner Kommunikationsmethodik innerhalb des Netzwerk. Die Effizienz wird weiter erhöht, indem die verschiedenen Module, welche an der Arbeit von dApps beteiligt sind, getrennt werden. Zum Beispiel wird der Authentifizierungsprozess separat zum Ausführungsprozess durchgeführt.

EOS.IO bietet Flexibilität bei der Entwicklung und Wartung von dApps durch verschiedene Funktionen. Seine Eigentümerstruktur fördert die freie Nutzung durch den Benutzer und eliminiert Transaktionsgebühren, da Entwickler verfügbare Ressourcen im Verhältnis zu ihrem Einsatz anstelle des Standard „Pay-per-Transaction“-Modells verwenden dürfen. Dies erleichtert es App-Entwicklern außerdem, Hosting-Kosten vorherzusagen und effektive Monetarisierungsstrategien zu erstellen.

Wie vorher bereits kurz erwähnt verwendet EOS.IO den Proof-of-Stake Konsensus-Mechanismus und damit ein rollenbasiertes Berechtigungskonzept, welches eben diese Flexibilität ermöglicht, um sofortige Entscheidungen, über bspw. Bugfixing oder vollständiges Stilllegen von kaputten Apps durch einen Mehrheitsbeschluss zwischen den designierten Stakeholdern zu treffen.

Das demokratische, inflationäre Modell von EOS

Das EOS-System verfügt über kein Mining-Konzept, wie man es von Bitcoin kennt. Stattdessen gibt es nur Blockproduzenten (Pendant zu Miner), welche die erforderliche Anzahl an Blöcken erzeugen und für jeden neuen Block, den sie produzieren, neue EOS-Tokens als Belohnung erhalten. Diese Blockproduzenten haben dabei die Möglichkeit eine gewünschte Summe als ihre erwartete Belohnung zu äußern. Die Anzahl der Token, die daraufhin tatsächlich kreiert werden, wird auf Grundlage des Medianwertes der erwarteten Bezahlung berechnet, die von allen Blockproduzenten geäußert wurde.

Da Blockproduzenten offensichtlich meist höhere Belohnungen wünschen, kann dieser Aspekt leicht missbraucht werden. Um diesem Problem entgegenzuwirken, gibt es einen Mechanismus, mit dem die Bezahlungen insoweit begrenzt werden, dass die jährliche Erhöhung des gesamten Token-Angebots nicht größer als 5% ist. Token-Inhaber, die eine Art Wahlrecht besitzen, sind in solchen Angelegenheiten befugt, Blockproduzenten, die mehr fordern, von ihrer Position abzuwählen.

Dieser Mechanismus wirkt sich genauso bei der EOS-Datenspeicherung aus, da alle Token-Inhaber für die Speicherung von Dateien im EOS-Netzwerk für einen Teil der jährlichen Inflation aufkommen. Solange sie eine Datei im Netzwerk speichern, sind ihre EOS-Token nicht verwendbar und somit verlieren sie aufgrund der Inflationsrate an Wert.

Fazit

Das Potenzial von EOS scheint enorm zu sein, da es die Probleme adressiert, die mit standard Blockchain-basierten Netzwerken verbunden sind. Es handelt sich jedoch immer noch um eine konzeptionelle Initiative, welche die erwarteten Früchte tragen kann oder auch nicht.

Der kühne Anspruch 100.000 Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten, wird bislang nur von wenigen Anhängern der Blockchain-Welt als realistisch eingeschätzt. Die Voraussetzung EOS-Token halten zu müssen, um Transaktionen tätigen zu können, setzt den Teilnehmer der Volatilität des Coins aus. In Zukunft wird sich zeigen, in welche Richtung sich das EOS-Ökosystem entwickeln wird.

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